Kenia 01/2010, Aruba-Mara Camp

Unsere Reise sollte uns in diesem Jahr wiederum nach Kenia führen, bereits 2009 waren wir für eine Woche im Amboseli, Samburu und der Masai Mara unterwegs. Wir haben es vorgezogen, von Nairobi mit Air Kenya direkt in die Mara zu fliegen. Nach 45 Minuten Flugzeit waren am Ziel. Die Anreise auf der Straße hätte einen halben Tag gedauert. Diese gewonnene Zeit haben wir lieber in eine extra Pirschfahrt investiert.
Das Aruba Zeltcamp steht unter der Leitung von Gerdi Simon, einer Deutschen, die vor 10 Jahren der Afrika-Virus so infiziert hat, dass sie aus Deutschland weggegangen ist. Dort in der Masai Mara hat sie im Laufe der Jahre ein Camp aufgebaut, das das Gefühl aufkommen lässt, zu Hause zu sein. Das Camp liegt im Nord-Osten der Masai Mara direkt am Talek River. Alle fünf Zelte sind so angeordnet, dass man von der Holzveranda den Blick über den Fluss direkt in den Park schweifen lassen kann. Das Aruba-Team ist wie eine große Familie. Die Küche ist klasse. Selbstgebackenes Brot und immer eine schmackhafte Vorsuppe, sowie ein exzellentes Dinner haben uns jeden Tag erwartet.
Zur Frühpirsch wurden wir um 6 Uhr geweckt, und wir bekamen Kaffee, Tee und etwas Gebäck auf unsere Veranda gestellt. Das reichte fürs Erste. Nach Rückkehr gegen 9:30 Uhr gab es ein richtig herzhaftes Frühstück. Am allabendlichen, romantischen Lagerfeuer wurde der Tag ausgewertet und so manche alte Geschichte erzählt, die wir uns gerne mit einem Augenzwinkern anhörten.
Das Talek-Gate, also einer der Parkeingänge in die Masai Mara, liegt in Sichtweite des Camps. Man ist also ohne lange Fahrtzeit direkt im Park. Unser Guide, ein echter Massai mit „Adleraugen“, war mit uns auf einem Jeep unterwegs, oftmals nur zu zweit, maximal zu viert.
Schon beim Landeanflug war uns aufgefallen, dass zu dieser Jahreszeit, es waren Januar, ein sattes Grün in der Masai Mara vorherrschte. So hatten wir den Nationalpark noch nie gesehen und auch nicht erwartet. Unser besonderes Interesse gilt nach wie vor den Raubkatzen. Es gab mehrmals pro Tag jede Menge Löwen zu sehen, als Einzelgänger und in kleinen oder größeren Gruppen. Großfamilien waren teilweise mit neun Löwenkindern im Schlepptau unterwegs. So eine Rasselbande hält Mutter und Tanten ganz schön auf Trab. Nur Papa Lion ist weit und breit nicht zu sehen. Beim Beobachten der Löwenkinder, wie sie herumtollen und spielen, kann man die Zeit vergessen. Es ist herrlich anzusehen, wie die kleinen Simbas alles um sich herum untersuchen und ausprobieren.
Unserem Favoriten, dem Gepard, sind wir fast täglich begegnet. Beim Fressen einer Gepardin mit ihrem Jungen konnten wir beobachten, wie zwei Schakale mit List und Tücke die restliche Mahlzeit einfach stahlen. Durch ein geschicktes Ablenkungsmanöver des einen blieb das Fressen für einen Augenblick unbeobachtet und der andere Schakal schnappte in Windeseile zu und trug die Beute weg. Am seltensten anzutreffen ist der Leopard, der als Einzelgänger nur schwer zu finden ist. Doch die tägliche Suche hatte sich am 5. Tag gelohnt. Im abendlichen Sonnenlicht stand uns ein stattlicher Leopard gegenüber, der sich auf die nächtliche Jagd vorbereitete. Am Anfang war er kaum zu sehen. Doch Geduld und Ausdauer hatte sich wieder einmal gelohnt. Der Leopard setzte sich schließlich in Bewegung und lief unmittelbar an unserem Auto vorbei. Auch das Klicken des Auslösers unserer Kamera konnte den Leopard nicht aus der Ruhe bringen. Es war ein herrlicher Anblick, anmutig, majestätisch, kraftvoll und wunderschön.
Bei zwei Tagestouren zum Mara Fluss konnten wir einen kleinen Einblick in die unendliche Weite der Masai Mara bekommen. Die Landschaft wechselte mehrfach auf dem Weg dorthin. Weite Grasebenen, wo ab und zu vereinzelt ein Baum steht, wechseln sich mit bewaldeten Hügeln und dichtem Buschland ab. Unterwegs begegnen wir vielen Arten von Antilopen. Unzählige Topi halten von ihren Hügeln aus Wache und stehen wie Zinnsoldaten in der glühenden Mittagssonne. Meistens sind sie zu zweit und schauen in die entgegengesetzte Richtung.
Schon von weitem sieht man das dicht bewachsene Ufer des Mara Rivers. Im Fluss wimmelt es nur so von Flusspferden, die sich scheinbar friedlich mit den Krokodilen sich diesen Lebensraum teilen. Mittlerweile waren wir hungrig geworden. Unser Guide schaute sich mehrfach um und vergewisserte sich x-mal, dass auch wirklich kein Raubtier in der Nähe war. Dann kam das OK. Endlich konnten wir unsere Lunch Box auspacken. Mit Campingstühlen bewaffnet setzten wir uns unter einen Baum und genossen unser Mittagessen, mitten in der Wildnis.
Doch die Masai Mara ist nicht nur faszinierend und einzigartig, sondern auch sehr grausam. Ein besonderes Ereignis ist es, eine Jagdszene miterleben zu können. Wir hatten die Gelegenheit zu beobachten, wie mehrere Hyänen ein Warzenschwein regelrecht aus einem Bau ausgruben und töteten. Ein Teil der Beute wurde weggetragen, vielleicht um hungrigen Nachwuchs zu versorgen. Doch die siegreichen Hyänen hatten nicht mit dem König der Tiere gerechnet. Ein Löwenmännchen hatte Witterung aufgenommen und kurzerhand den Hyänen ein halbes Schwein abgenommen. Der Löwe ließ es sich so gut schmecken, dass nicht einmal die ihm folgende Löwin etwas abbekam.

Der nächste Aufenthalt im Aruba Camp ist schon fest geplant, diesmal als Gruppenreise. Im Januar 2011 sind für 1 Woche alle 5 Zelte schon reserviert.

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